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Hörgeräte: Welche unterschiedlichen Bauarten gibt es?


Die Tabelle gibt einen Überblick über Bauarten von Hörhilfen, welche derzeit auf dem Markt erhältlich sind.
Am häufigsten kommen HdO-Geräte (Hinter-dem-Ohr-Geräte) oder IO-Geräte (im Ohr-Geräte) zum Einsatz.
Bei einigen der hier vorgestellten Modelle fehlen noch Langzeiterfahrungen.
Anwendungsgebiete, Vor- und Nachteile werden dargestellt.

Hinweis: Fahren Sie mit der Maus über die Abbildungen! Dann erhalten Sie Zusatzinformationen (z.B. Funktionsprinzip).

 Luftleitungshörgeräte:
Hörgerät Anwendung Vorteile Nachteile
Hinter-dem-Ohr-Gerät (HdO)
alle Schwerhörigen;
am häufigsten verordnet, da sehr praktisch
  • Probeanpassung möglich, Vergleiche möglich
  • gute Bedienbarkeit (auch für ältere Menschen und Kinder)
  • ausreichende Größe für starke Batterien, Bedienelemente und Bauteile
  • Einsatz eines Richtmikrifons möglich
  • durch Schlauch und Ohrpassstück Klangeinbußen (dadurch allerdings auch Modulation möglich)
  • äusserlich sichtbar
  • akustische Effekte der Ohrmuschel werden nicht genutzt
  • Im-Ohr-Gerät

    leicht- bis mittelgradige, aber auch hochgradige schwerhörige (ab 14. Lebensjahr
  • gute akustische Übertragungseigenschaften, da Verzerrung dirch Schlauch und Ohrpassstück entfallen
  • akustische Effekte der Ohrmuschel werden genutzt (Richtungsgehör, selektives Gehör)
  • großer Tragekomfort
  • nur wenig sichtbar
  • schlechtere Eignung für Hörsituationen
  • hohe Rückkopplungsgefahr
  • wenig Platz für Batterien (häufiger Wechsel)
  • Reparaturanfälligkeit (Ohrenschmalz)
  • schwieriges Hangling (besonders für ältere Menschen)
  • oft Einzelanfertigung (hoher Preis)
  • vergleichenede Anpassung oft nicht möglich
  • Taschengerät
    selten, nur noch bei sehr großem Verstärkungsbedarf oder bei Ohrmuscheldefekten
  • höchster Wirkungsgrad
  • wenig Rückkopplungen
  • große Bedienelenente
  • große Batterien
  • pseudo-stereophones Hören (meist mono), da Mikrofon nicht am Ohr
  • Reibegeräusche
  • Kabelverbindung
  • Größe und Gewicht hoch

     Spezialgeräte:
    Hörgerät Anwendung Vorteile Nachteile
    Knochenleitungs-Hörgerät / Hörbrille

  • Schallleitungsschwerhörigkeit oder durch Luftleitungshörgeräte nicht versorgbare Schwerhörigkeit (z.B. "laufendes Ohr"),

  • Hörbrille bei sehr starker Seitendifferenz ggf. als CROS-Versorgung
  • auch bei chronischen Entzündungen mit Ohrfluß anwendbar
  • bei Mittelohrmissbildung oder nicht vorhandenem Gehörgang
  • schlechte Schallübertragung, ggf. schlechte Verstärkung
  • Druckstellen, Kopfschmerzen
  • Knochenverankertes Hörgerät
    Schallleitungsschwerhörigkeit, kombinierte Schwerhörigkeit, bei chronischen Ohrentzündungen
  • bessere Schallübertragung im Vergleich zum konventionellen Knochenleitungsgerät
  • guter Tragekomfort
  • keine Druckstellen
  • Op-Risiko
  • Infektionen im Bereich der Schraube
  • Verletzungsgefahr, Herausbrechen der Schraube (kinder), bei Sturz oder Schlag
  • Teilimplantiertes Hörgerät
    reine Innenohrschwerhörigkeit (bei vollständig intakter Schallleitung) bei unzureichendem Ergebnis durch optimal angepasste konventionelle Luftleitungshörgeräte
  • kein Verschluss des Gehörganges
  • ohne Druckempfindung
  • keine akustische Rückkopplung
  • Audioprozessor nur locker durch Magnet befestigt
  • Op-Risiko
  • Bei Defekt der Übertragungselemente operativer Austausch notwendig
  • zunächst nur einseitige Versorgung
  • keine Langzeiterfahrung
  • Vollimplantiertes Hörgerät
    mittel- und hochgradige Innenohrschwerhörigkeit (bei vollständig intakter Schallleitung)
  • kein Verschluss des Gehörganges
  • keine Druckempfindungen durch Ohrpassstück
  • von aussen nicht sichtbar
  • Op-Risiko
  • Reparatur (Akku) durch operativen Eingriff
  • Aufladen des Akkus durch nächtliches Anlegen einer einer Induktionsspule
  • Cochlear Implant (CI)
    an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit trotz konventioneller Hörgeräte;
    bei innenohrbedingter Gehörlosigkeit mit intaktem Hörnerv
  • Sprachentwicklung bei gehörlosen Kindern bei entsprechender Reha möglich
  • Hörhilfenversorgung von ertaubten Menschen
  • Op-Risiko
  • konsequente längere Rehabilisation für Hörerfolg notwendig (Hören muß neu erlernt werden)
  • ein mögliches Restgehör kann durch die Operation verloren gehen
  • Hirnstamm-Implantat
    bei (sehr seltener) neuronal bedingter Gehörlosigkeit
    (bei Patienten mit Neurofibromatose Typ 2)
  • Hörhilfenversorgung von ertaubten Menschen
  • erhebliches Op-Risiko
  • mögliche Mitreizung anderer Hirnnerven durch die Elektrode
  • Verrutschen der Elektrode möglich
  • Hörgerät Anwendung Vorteile Nachteile

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